Wenn viele Besichtigungen kein Verkaufserfolg mehr sind
Was machen wenn es mit dem Verkauf nichts wird?
Viele Besichtigungen sind grundsätzlich ein sehr gutes Zeichen.
Sie zeigen, dass eine Immobilie am Markt wahrgenommen wird und Interesse vorhanden ist.
Trotzdem führt dieses Interesse heute deutlich seltener direkt zum Abschluss als noch in den Boomjahren vor der Zinswende.
Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass bestimmte Eigenschaften einer Immobilie heute viel stärker ins Gewicht fallen als früher. Eine defekte Heizung, ein ungedämmtes Dach oder ein älteres DDR-Bad waren schon immer Faktoren, wurden in Zeiten sehr niedriger Zinsen jedoch oft weniger kritisch bewertet. Heute fließen solche Punkte deutlich stärker in die Entscheidung ein, weil Käufer genauer rechnen und Risiken anders einschätzen.
Der entscheidende Unterschied liegt dabei weniger in der grundsätzlichen Kaufbereitschaft, sondern in der heutigen Finanzierungsrealität. Die energetische Qualität einer Immobilie ist zu einem zentralen Faktor geworden, der direkt Einfluss auf die Finanzierbarkeit hat. Nicht, weil Interessenten grundsätzlich weniger Geld haben, sondern weil Banken genauer prüfen, Risiken stärker bewerten und Finanzierungen im Zweifel auch ablehnen, wenn der energetische Zustand als zu schwach eingestuft wird.
Hinzu kommt, dass aktuell sehr viele Immobilien gleichzeitig am Markt angeboten werden und um Käufer konkurrieren. Dadurch haben Interessenten eine größere Auswahl und treffen ihre Entscheidungen deutlich selektiver als noch vor einigen Jahren.
Wir befinden uns daher klar in einem Käufermarkt und nicht mehr in einem Verkäufermarkt. Der Käufer bestimmt stärker als früher, welche Objekte in die engere Auswahl kommen und welche letztlich nicht weiter verfolgt werden.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die Rolle eines guten Maklers deutlich an Bedeutung. Denn es reicht nicht mehr aus, eine Immobilie einfach nur zu vermarkten. Entscheidend ist, sie richtig zu positionieren, die Zielgruppe präzise zu definieren und frühzeitig zu erkennen, welche Faktoren den Verkauf verhindern könnten.
Dazu gehört heute auch, konkrete Maßnahmen ableiten zu können – zum Beispiel eine realistische Einschätzung des energetischen Zustands, die Benennung möglicher Sanierungskosten für einzelne Maßnahmen oder die Erstellung eines nachvollziehbaren Sanierungsfahrplans. Nur wenn Käufer einschätzen können, welche Investitionen tatsächlich auf sie zukommen, entsteht Planungssicherheit und damit auch Finanzierbarkeit.
Genau an dieser Stelle entscheidet sich heute oft, ob ein Verkauf zustande kommt oder nicht.










